EPL und ihr Kodex
In dieser Woche möchte ich einmal über die EPL sprechen. Die noch taufrische Turnierserie die mit vollen Namen auf Epic Poker League hört, hat ja bisher keinen allzu guten Start hingelegt. Angefangen hat das schon bei dem Namen des Ganzen; als Annie Duke – die ja hinter der EPL steckt – den Titel ihrer neuen und recht elitären Poker Liga bekannt gab, hagelte es ja förmlich Witzeleien. Aber mal ehrlich; „epic“? Das ist nun wirklich auf mehreren Ebenen ein fahrlässig gewählter Titel. Einerseits ist der Begriff durch den aktuellen Slang der Videogames-Kids sehr vorbelastet, wo einfach alles neue und tolle „Epic!“ ist und damit schon für eine Poker Liga, die mit dem besagten elitären Anspruch daherkommt ausgesprochen ungeeignet. Und auch wenn man vom ursprünglichen Sinn des Wortes ausgeht, passt es doch nur mäßig auf ein – wenn auch noch so großes – Pokerevent. Nun habe ich mich doch über den Namen ausgelassen und dabei hatte ich mir doch vorgenommen, das nicht zu tun. Aber die EPL hat ja noch andere Probleme: harsche Kritik an ihrem extravaganten auftreten, mäßige Beteiligung an ihren Live Events und dann der etwas skurrile Umstand, dass da scheinbar jedes Mal ziemlich fragwürdige Gestalten mitspielen und mitunter sogar gewinnen. Ohne jetzt den aktuellen Klatsch und Tratsch der Szene aufwärmen zu wollen, aber das ist schon auffällig. Aber vielleicht ist es nur bei der EPL so auffällig. Andere Turniere haben ja auch fragwürdige Gestalten in ihren Starterfelder. Bei Poker-Turnieren ist nun mal viel Geld im Spiel und das lockt immer zwielichtige Zeitgenossen und Menschen mit gigantischem Ego an; so mancher Pokerpro ist bekannter für sein Auftreten als für seine spielerischen Fähigkeiten. Warum ist es also bei der EPL so schwerwiegend, wenn ein Chino Rheem gewinnt oder ein Michael DiVita mitspielen will? Das könnte an dem Kodex liegen, den sich die EPL selbst auferlegt hat. Demnach sollen sich die Spieler der EPL “ehrenhaft und integer in allen persönlichen und professionellen Belangen verhalten, sowie ihre finanziellen Verbindlichkeiten rechtzeitig begleichen.” Klingt eigentlich ganz gut, aber scheint so mancher Poker-Profi arge Probleme mit der Einhaltung zu haben. Ist also die EPL ein Opfer ihres eigenen elitären Anspruchs? Das ist eine Frage, die ich gern an meine Leser weitergebe. Dieser Beitrag wurde geschrieben von admin am 16. September 2011 at 13:47 und gespeichert unter Casino, Poker, Poker Bonus, Poker Chips, Poker Pro´s, Texas Hold’em, WSOP. Permalink. Du kannst die Kommentare verfolgen durch den RSS-Feed für diesen Beitrag. oder einen Trackback hinterlassen: Trackback URL.

